Universal Analytics – Eine Übersicht (Teil 1)


Nachdem Google 2014 mit Universal Analytics die nächste Entwicklungsstufe bei Google Analytics eingeläutet hat, warten viele neue Funktionen darauf für eine noch bessere Auswertung verwendet zu werden. Diese sollen hier im Detail vorgestellt werden. Aufgrund des Umfangs wird das Ganze in mehrere Teile aufgeteilt. Der erste Teil wird sich mit der wichtigsten Neuerung, der User-ID, beschäftigen.

Die User-ID

Aufgrund der zunehmenden Verbreitung von Smartphones, Laptops und Tablets wird es immer schwieriger mit den bisherigen Trackingmethoden die Nutzerdaten auswerten zu können. Problematisch ist dabei vor allem, dass diese Methoden meistens auf Cookies basieren. Wenn ein Nutzer aber mehrere Geräte verwendet, können seinen Aktionen nicht zugeordnet werden da die Geräte nicht zueinander in Beziehung gesetzt werden können. Er zählt daher bei jedem Gerät als neuer Nutzer. Dadurch werden die Trackingdaten immer unzuverlässiger. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken führt Google mit Universal Analytics die User-ID ein.

Universal Analytics

Damit ist es möglich mehrere Sitzungen eindeutig und dauerhaft einer ID zuzuordnen. Da diese Tracking Methode ohne Cookies funktioniert ermöglicht dies eine bessere Auswertung und geräteübergreifende Berichte. So können einzelne Nutzeraktionen im Kontext gesehen und das langfristige Verhalten der Nutzer ausgewertet werden.
Damit man die User-ID aber verwenden kann ist es notwendig, dass die Website die Berechtigung und Möglichkeit hat eine eigene eindeutige ID zu erzeugen. Beispielsweise kann dies eine ID vom eigenen Authentifizierungssystem sein, welche beim Erstellen eines Kundenkontos vergeben wird. Diese ID wird dann mit dem Nutzer verknüpft und anschließend an Google Analytics übergeben. Aus diesem Grund funktioniert die User-ID auch nur wenn der Nutzer sich anmeldet.

Bevor man aber die User-ID verwenden kann sind einige Schritte erforderlich. Zuerst muss man auf der Property-Ebene unter Tracking-Informationen -> User-ID diese bei Google Analytics aktivieren. Hierbei ist es erforderlich der Richtlinie zur User-ID zuzustimmen, auf die später noch eingegangen wird. Als nächstes muss der Code angepasst werden, damit die ID übergeben werden kann. Google dokumentiert dies in einer Anleitung.

Zusätzlich kann man noch einstellen ob man die Sitzungsergänzung verwenden möchte oder nicht. Hier legt man fest ob eine Sitzung, bei der sich der Nutzer erst später anmeldet, die Daten der Sitzung vor dem Login ergänzt werden sollen oder nicht.
Nachdem die Einrichtung abgeschlossen ist werden spezielle User-ID-Berichtsansichten und geräteübergreifende Berichte freigeschaltet. Allerdings ist die Property nun dauerhaft mit den User-IDs verbunden und kann auch nicht mit anderen Daten kombiniert werden. Die Berichte zu dieser Property enthalten somit nur Daten von Sitzungen mit User-IDs. Wenn man Berichte für Daten ohne User-IDs weiter verwenden möchte ist es zwingend erforderlich eine zweite Property anzulegen.

Bei den Berichten gibt es dann noch ein paar Dinge zu beachten. Die geräteübergreifenden Berichte sind immer nur für die letzten 90 Tage verfügbar. Wenn man die älteren Daten behalten möchte muss man diese immer rechtzeitig exportieren. Des Weiteren werden Umsätze immer dem Ursprungsgerät zugeordnet, wenn die Transaktion dort begonnen hat. Und für den Fall, dass mehrere Webbrowser auf einem Geräte verwendet werden, zählt dies immer als ein Gerät. Eine Unterscheidung wird hier nicht vorgenommen.

Die User-ID Richtlinie

Mit der Nutzung der User-ID stimmt man ausdrücklich der Richtlinie zu. Diese liegt u.a. fest, dass Endnutzer über die Verwendung der User-ID informiert werden und es muss eine die Möglichkeit zur Deaktivierung angeboten werden. Des Weiteren dürfen keine Daten bei Analytics importiert werden mit denen einzelne Personen oder dauerhaft einzelne Geräte identifiziert werden können. Dies können zum Beispiel Namen oder E-Mail-Adressen sein. Sollte man doch entsprechende Daten importieren, mit denen eine Identifizierung möglich ist, schließt Google das Analytics Konto und löscht alle darin enthalten Daten. Im Detail kann man dies auch noch einmal hier nachlesen.

In Deutschland sollte man mit dem Einsatz der User-ID sowieso noch warten. Bisher ist noch unklar ob diese Art von Tracking den deutschen Datenschutzgesetzen entspricht oder nicht. Hier steht eine Bewertung noch aus und bis dahin sollte man lieber noch abwarten.

Quelle und weitere Informationen: Google Analytics-Hilfe